Agiles Projektmanagement im Journalismus

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Agiles Projektmanagement im Journalismus

Von Manuela Feyder

Neue Technologien, zusätzliche Ausspielkanäle, neue Player am Nachrichtenmarkt und ein verändertes Nutzungsverhalten der Rezipienten führt dazu, dass sich auch Medienunternehmen Arbeitsformen zuwenden, die eine schnellere und flexiblere Reaktion – Agilität – zulassen. Im IT-Bereich schon etabliert und in Online-Units erprobt stellt „Agiles Projektmanagement“ den Menschen und das Ergebnis in den Vordergrund und ermutigt Journalisten, Herausforderungen vom Thema aus crossmedial zu denken.

Agiles Projektmanagement setzt dabei auf die Motivation, die Selbstbestimmung und die gegenseitige Verantwortlichkeit in kleinen Teams. Ohne bürokratischen Aufwand und Berichtswesen, ohne ermüdende Sitzungen und langatmige Präsentationen werden in kurzen Zeitspannen Lösungen mit Spaß erarbeitet. Die Teams arbeiten mit der Sicherheit, Perspektivwechsel und neue Methoden sind gewünscht!

Der Start – 10 Erfolgsfaktoren

  1. Klares Mandat durch das Medienhaus
  2. Flache Hierarchien – eindeutige Rollen
  3. Cross-funktionale Teams
  4. Gemeinsame Vision und Selbstverständnis
  5. Eindeutige Erwartungsbeschreibung
  6. Iteratives Arbeiten in kurzen Phasen
  7. Ausdrückliches Ermutigen, Neues auszuprobieren
  8. Intensive Kommunikation
  9. Möglichkeit zu cloud-computing und Toolnutzung
  10. Lernende Organisation

Umsetzung im Medienhaus – in Anlehnung an die Scrum-Methode

Der Organisationsentwickler/Projektleiter Change (Product Owner) im Medienhaus beschreibt, was ihm besonders wichtig ist. Dabei schließt er seine Kenntnisse über die Anforderungen und Wünsche der Rezipienten, des Managements und weiterer Stakeholder ein. Dies kann in einer Auflistung oder sog. User Stories passieren. Dann geht das agile Team in die Planung. Die Anforderungen des Product Owners werden gewichtet und zeitlich bewertet. Dabei werden sog. Sprints festgelegt, die dementsprechend 1-4 Wochen dauern und eindeutige Aufgabenzuordnungen für die Teammitglieder umfassen.

Täglich informieren sich die Teammitglieder in einem kurzen Check-up über den Fortschritt der jeweiligen Aufgabe. Dies kann virtuell oder face-to-face geschehen. Der Check-up sollte maximal 15 Minuten dauern. Auf dem Taskboard wird der Fortschritt der Aufgaben festgehalten, so dass jedes Teammitglied ständig informiert ist. Nach einer Sprintphase präsentiert das Team dem Product Owner die Ergebnisse (Sprint- Review) und es wird entweder nachgebessert oder zur nächsten Anforderung übergegangen. Dann steht die nächste Sprintrunde an. Die Sprints sind immer gleich lang. Kurze Sprints stellen ein flexibles und bewegliches Reagieren auf die Anforderungen des Product Owners sicher. Ein Sprint schließt immer eine Feedbackrunde (Sprint-Retrospektive) des Teams ein: Was funktioniert schon gut? Was haben wir gelernt? Was wollen wir verbessern? Jedes agile Team sollte einen Team-Lotsen haben.

Zum Weiterlesen

Scherber/Lang: Agile Führung – vom agilen Projekt zum agilen Unternehmen

Kontakt

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Manuela Feyder
Tel. +49.170.8146 558
E-Mail: feyder@netzwerk-medien-trainer.de

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