Teamjournalismus

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Teamjournalismus

Von Volker Matthies

Gut aufgestellte Teams sind stärker und erfolgreicher als eine Anzahl von Einzelkämpfern. Diese Erkenntnis hat sich längst durchgesetzt, nur nicht in deutschen Medienhäusern. Dabei ist Teamjournalismus ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg – gerade in Bezug auf die Chancen, die die Produktion bietet.

Ziel ist die Kreation digitaler Inhalte, die journalistisch und technologisch einen Maßstab setzen und damit die Profilierung und Wahrnehmbarkeit des Unternehmens voranbringen.

Das Fundament des Teamjournalismus bilden gegenseitiges Vertrauen, Respekt vor den Fähigkeiten des Anderen und der Glaube daran, gemeinsam stärker zu sein als jeder für sich. Journalisten (oft noch mit Expertise im Analogen) müssen dabei lernen, sich selbst ein Stück zurückzunehmen, zuzuhören und zuzulassen, dass die Fähigkeiten der Anderen die Umsetzung der eigenen Recherche bereichern.

Digitales Storytelling mit Teamjournalismus

Digitales Storytelling als eine Ausdrucksform des Teamjournalismus setzt auf das Zusammenspiel verschiedener Qualifikationen. Gefragt ist das Miteinander von Autoren, Grafikern, Programmierern, Frontendentwicklern sowie Social- und Kommunikationsprofis, ergänzt durch juristischen Sachverstand. Wesentlich für den Erfolg des Teams ist, dass die Zusammenarbeit auch strukturell unterstützt wird, das heißt: Teamjournalismus braucht einen Kopf, der das Mandat hat, sein oft aus unterschiedlichen Linien gespeistes Team zu steuern.

Zusammenarbeit im Newsroom

Vorreiter in der Zusammenarbeit über Bereichsgrenzen hinweg ist der britische Guardian. Mit ihrer „Digital first“-Strategie haben die Briten bereits 2011 die Weichen gestellt, sich konsequent an den Anforderungen des Digitalen auszurichten. Für die Profilierung des Guardian-Journalismus hat der stellvertretende Chefredakteur, Paul Johnson bereits 2012 auf dem @crossmediatag des netzwerk medien-trainer einen neuen Newsroom-Ansatz propagiert: „You need multimedia people, mobile people, web developers, sub editors, editors and interactive editors sitting close together so they can develop a story of themselves.“ Seitdem hat der Guardian wiederholt den Maßstab gesetzt für tief gehenden, sich weit im Netz verbreitenden, digitalen Journalismus. Beispiele sind Firestorm oder NSA files: decoded. Heute sitzen auch Mitarbeiter aus dem Content-Marketing in Rufweite zu den Journalisten im Newsroom.

Was erfolgreichen Teamjournalismus ausmacht

Teamjournalismus ist meiner Meinung nach in erster Linie Einstellungssache. Ist der Wille zur Zusammenarbeit wirklich ausgeprägt, ist jeder wirklich bereit, zu teilen, den Anderen teilhaben zu lassen? Das ist die Basis. Räumliche Nähe ist ein weiterer wesentlicher Faktor. Tools wie Slack, Trello oder MeetingWords können zwar helfen, Räume zu überbrücken, sie sind aber nicht ausschlaggebend. Meine Erfahrung ist, dass die persönliche Kommunikation von Angesicht zu Angesicht die wertvollste Form der Kommunikation ist. Sie ist durch nichts zu ersetzen, gerade, wenn Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und unterschiedlichen Neigungen zusammenarbeiten. Worauf es ankommt? Nicht nebeneinander, sondern miteinander arbeiten. Nicht übereinander, sondern miteinander reden. Weniger E-Mails, mehr persönliche Kontakte. Vertrauen aufbauen, Misstrauen abbauen. Immer wieder die verschiedenen Qualitäten des Teams zusammenführen und aufeinander abstimmen. Sich sicher sein, das Richtige zu tun und Anderen vertrauen zu können. Gemeinsam Spaß haben und gemeinsam den Erfolg feiern.

Kontakt

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Manuela Feyder
Tel. +49.170.8146 558
E-Mail: feyder@netzwerk-medien-trainer.de

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